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Augustin Trebuchon, Teil 1

02/04/2011 11:53 (Kommentare: 0)

Franzosen erste Weltkrieg

415. Infanterie-Regiments, den 10. November 1918.

Wir haben gerade den Marschbefehl erhalten. Foch erfordert, koste was es koste, einen Brückenkopf auf dem rechten Ufer der Mosel zu errichten. Es kostet ihn nicht zu viel, nur uns, könnte es das Leben kosten… Die Jungs von der Pioniertruppe haben Flöße gebaut, um den Fluss zu überqueren. Eine wahnsinnige Arbeit unter dem Feuer des Feindes. Der Nebel fällt, ein Segen, und wir fahren auf die andere Uferseite, in der Stille, die Ruhe vor dem Sturm.

Mit den Kameraden, wir schauen uns an. Wir versuchen auf den Gesichtern die Marke des Todes zu lesen. Ich habe viele gesehen, Männer, Kinder… Blöde, Gute, Bourgeois, Proletarier, Bauern wie ich, alle gleich vor der Sense, alle stinkend in den Schützengräben.

Es gibt Gerüchte, wonach die Krauts am Ende sind, Gerüchte von Waffenstillstand. Ich denke an diese guten Herren, welche klirren und essen mit dem Feind, über ihre Frauen und ein Ende der Kämpfe sprechen. Es trennen uns Welten… Ich denke an die Generäle, die Marschälle, die gemütlich Politik machen. Ich habe keine Bildung, ich kann lesen, schreiben und die Erde pflügen. Ich brauche nicht viel mehr.

Wir, seitdem « Chemin des dames », wir machen keine Politik mehr, wir krepieren davon…

Der kleine Schluck Rotwein hat mir gut getan, ich habe den Bauch warm, ich bin fast gelassen. Es ist nicht mein erster Angriff, und ich weiß, dass man sich keine Fragen stellen muß, sie sind nutzlos. Du hast überlebt, wenn du zurück bist. Punkt. Die Offiziere schauen auf ihre Uhren, die Spannung ist spürbar.
Ich gebe ein Zeichen zu Augustin, er hat Angst, ich sehe es gut. Ich versuche ein Lächeln, aber er ist nicht beruhigt durch mein Grinsen.
Es bewegt sich was, dort im Hintergrund, ich sehe den Leutnant, er zieht seinen Revolver. Er stellt seine Pfeife im Mund, dieser Ton, Vorläufer des Wahnsinns was kommt.
Pfeifen klingen, die dir die Nerven trudeln und dann brüllen sie: “Angriff ! Los ! Los ! Los !”

Wir brüllen auch, dieses Affengeschrei, wir brüllen, es ist nicht mal um sich Mut zu geben, das ist ein Schrei einfach so, der aus der Tiefe kommt.

Wir laufen und die Krauts reagieren. Die Leuchtraketen lassen ihre Feuerspur in der Nacht.
Die ersten Leuchtspuren zerreißen die Dunkelheit, mit den Nebel, sie scheinen von nirgendwo zu kommen. Ich höre ihr wütendes Zischen, wenn sie mich verpassen. Wir laufen und wir brüllen.
Mein Bajonett vibriert, es scheint, ungesund. Es hat Hunger.
Die Granaten fangen an zu regnen, die unseren, der ihren? Egal, wir laufen und wir brüllen.

Ich höre Knochen brechen, Geräusche von weichem Fleisch, mein Nebenmann fällt.
Das Pfeifen, Schreien, Weinen, die Schießerei, die Explosionen, ich bin müde, aber ich laufe und ich brülle.
Schwarz entsteht. Ich fliege…
Es ist die Stille, und ich fliege…
Kein Schmerz, ich glaube dass ich tot bin.
Abscheuliche Stücke kleben sich in meinem Gesicht fest, gierig, wieder die Wärme eines Körpers zu finden.
Ich bin am Boden und es herrscht immer das Schweigen. Ich suche mein Helm, er ist verschwunden.
Mein Gewehr ist da, fest in meinen Händen, als wäre es meine letzte Chance.
Ich schaue, um mir die blutenden Stücke von Menschen.

Ich stehe wieder auf und taste an mir. Die Leuchtspuren gehen auf mich zu und ich tauche in den Schlamm. Ich lebe, ich höre nicht mehr, aber ich lebe. Nur ein schrilles Zischen das mich fertig macht.
Eine Hand auf meiner Schulter, ein Unteroffizier, er spricht mich an. Ich höre nichts, aber ich brauche nicht zu hören, um zu wissen, was er mir brüllt: “Vorwärts!”. Sein Kopf verschwindet plötzlich, ich bin von seinem Blut bespritzt.
Er fällt.
Ich wische mein Gesicht ab, und ich spüre dumpfe und böse Klänge.
Dann laufe ich, und ich brülle in die Richtung der Krauts.
Ich sehe Männer die fallen, ich sehe Wesen die plötzlich verdampfen und ich spüre Hass.
Unsere Jungs springen in den feindlichen Graben.

Image – Source : Gallica – 2007 – Lizenz :

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Fortsetzung lesen : Augustin Trebuchon, Teil 2

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